Danke Mitteldeutsche Regiobahn!

Es war heute, 15. Dezember 2013, kurz nach Mitternacht, als zwei aneinandergereihte kleine graue dieselbetriebene Regio-Shuttle-Züge sich auf den Weg nach Oschatz machten. Daran stand nur noch „Sonderfahrt“. Pünktlich auf die Minute kam man auch am Haltepunkt Sellerhausen an. Laut hupend fuhr er weiter. Die letzte Fahrt der Mitteldeutschen Regiobahn 11 (MRB 11) von Leipzig Hauptbahnhof Richtung Wurzen bzw. Oschatz.

Typ: Regio-Shuttle (RS1), Hersteller: ADtranz/Stadler

Regio-Shuttle (RS1) von ADtranz/Stadler

Eine knappe Stunde später, kurz vor 01 Uhr, wieder feierliches, Aufmerksamkeit erhaschendes Gehupe entlang der Strecke. Die allerletzte Fahrt der MRB 11 zurück zum Leipziger Hauptbahnhof. Es war egal wie spät es ist. Es hätte auch halb 3 sein können. Die Mitteldeutsche Regionbahn durfte das einfach!

Der ein oder andere Autofahrer oder Nichtnutzer des Zugverkehres in und um Leipzig kennen den privaten Anbieter Veolia Verkehr GmbH vielleicht gar nicht. Mit der Eröffnung des City-Tunnels in Leipzig (auf die vielen negativen Punkte dessen möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen) fallen 4 der insgesamt 6 Strecken der Mitteldeutschen Regiobahn im Großraum Leipzig weg. Und damit auch ein sehr hohes Maß an Freundlichkeit, Pünktlichkeit und Service.

Mitteldeutsche Regiobahn, Tochtergesellschaft der Veolia Verkehrs GmbH

Mitteldeutsche Regiobahn, Tochtergesellschaft der Veolia Verkehrs GmbH

Denn, anders als in den Zügen der Deutschen Bahn, konnte man seine Fahrkarte hier bequem im Zug kaufen. In jedem einzelnen Zug war immer ein stets freundlicher Kundenberater bzw. freundliche Kundenberaterin zu finden. Fahrscheine konnten bequem am Platz gekauft werden. Auskünfte über Weiterfahrten zum gewünschten Zielort gab es ebenfalls immer freundlich und kompetent. Bei einigen Begleiter/innen war man sogar bekannt und diese wussten eben, dass ich erst am Vortag schon meine Abokarte vorzeigte. Es reichte in dem Fall nur noch das Vorzeigen, ohne, dass erst das Fahrkartenlesegerät drangehalten werden musste.
Ein weiterer Servicefaktor, der verloren geht, ist die „Auswahl von Snacks und Getränken“ (Zitat: Auszug aus der immer stattfindenden persönlichen Begrüßung via Durchsage), die in jedem Wagenzug angeboten wurden. Egal, ob es morgens z.B. ein frischer Kaffee war, nachmittags ein Stück Kuchen oder abends doch mal ein Bier auf einer längeren Fahrt. Zu einem kleinen und fairen Preis konnte man sich dies ebenfalls am Platz servieren lassen.

Der Duewag/Siemens "Desiro Classic" im "Leipziger Neuseenland"-Look

Der Duewag/Siemens „Desiro Classic“ im „Leipziger Neuseenland“-Look

Außerdem waren die Züge der MRB zu einem sehr hohen Prozentanteil immer pünktlich unterwegs. Viele Verspätungen kamen nur durch voraus fahrende Züge der Deutschen Bahn zustande. So fuhr der Regionalexpress nach Dresden zum Beispiel sehr oft 5 oder mehr Minuten später vom Hauptbahnhof ab und es verzögerte sich dadurch die Abfahrt der MRB 11 nach Wurzen, welche regulär nur 6 Minuten nach dem RE startete. Auch auf entgegengesetzter Richtung war die MRB stets pünktlich. Manchmal sogar ein bis zwei Minuten eher am Haltepunkt. Aber es wurde bis zur im Fahrplan ausgeschriebenen Zeit gewartet.
Sauberkeit war ebenfalls immer gegeben. Sowohl im Innenraum als auch von außen. Nie habe ich einen mit Graffiti vollgeschmierten Zug der MRB irgendwo fahren sehen. Bei der Deutschen Bahn fährt schon seit einer Woche ein Wagenzug nach Döbeln und zurück, der großflächig zugesprüht wurde.

Dieses MRB-Servicekonzept findet man nirgends in einem der (auch neuen) Züge der DB Regio (Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn), welche Betreiber fast aller Linien in und um Leipzig ist. Vom Hauptbahnhof aus ist noch eine Strecke geblieben, die die Mitteldeutsche Regionbahn betreibt. Jene nach Geithain. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, fahrt mal damit. Und wenn es nur eine Haltestelle bis nach Paunsdorf ist. Ihr werdet was völlig anderes erleben.

Ein großes DANKE an die Mitteldeutsche Regiobahn und deren Angestellte, für die schönen und immer zufriedenstellenden vergangenen 5 Jahre. Danke für Ihre Arbeit und Ihre Leistungen. Ich bin immer sehr gerne mit der MRB gefahren…

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  1. Und wieso fallen so viele Zugverbíndungen weg? Ich habe die Züge immer stehen sehen, aber damit gefahren bin ich nie, jedenfalls nicht hier in L.E. Möglicherweise irgendwo bei Dresden?

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