Ketten-SMS/Ketten-Mail oder auch: warum ich der wohl liebloseste Mensch auf diesem Planeten bin

Jeder, der ein Handy oder Smartphone besitzt, hat es wohl auch schon dutzende male bekommen (meine Kontakte können sich glücklich schätzen, denn sie bekommen so etwas nicht von mir). Eine Nachricht mit einem Text, der angeblich irgendwelches Glück bringen soll, aber nur, wenn man genau diese Nachricht kopiert und an [hier beliebige Anzahl eintragen] Kontakte (teilweise auch an denjenigen zurück, der es einem geschickt hat, „wenn man ihn mag“) schickt.
Gestern Mittag erreichte mich erneut eine derartige Nachricht via WhatsApp:
Hier der Originaltext (bitte die Smileys und Glücks-Kleeblätter einfach dazu denken):

Bitte lies diese Mail bis unten durch!! Mit Liebe ist ALLES möglich!

Diese Mail wurde an Dich geschickt, damit Du Glück hast. Das Original ist in Neuseeland und neunmal um die Welt gereist. Jetzt wurde das Glück an Dich gesandt. Du wirst Glück haben, innerhalb der nächsten vier Tage, nachdem Du diese Mail erhalten hast. Um Dein Glück zu erhalten solltest Du die Mail allerdings weitersenden. Das ist kein Witz und auch keine komerzielle Kettenmail! (Anmerkung des Blogschreibers: haha) Du wirst Glück erhalten (per Post!?).
Sende Kopien an Menschen, von denen Du meinst, dass sie Glück brauchen können. Sende kein Geld, denn das menschliche Los hat keinen Preis! Behalte diese Mail nicht in Deinem Besitz. Du solltest es innerhalb von 96 Stunden nach Erhalt weitersenden. Innerhalb weniger (4) Tage gibt es mit Sicherheit eine Überaschung. Sogar, wenn Du nicht abergläubisch bist.
Achte bitte auf folgendes:
- Björn Besser lernte am seine beste Freundin auf der ganzen Welt kennen.
Er ist sehr glücklich darüber.
- Constantin Dies erhielt diese Mail 1993, Er bat seine Sekretärin zehn Kopien zu versenden.
Einige Tage später gewann er im Lotto.
- Ein anderer erhielt diese Mail und vergaß sie innerhalb von 96 Stunden zu verschicken.
Er verlor seinen Job. Nachdem er diese Mail wieder gefunden hatte, kopierte er sie zehnmal und verschickte sie. Er erhielt nach einigen Tagen eine bessere Arbeitsstelle.
- Ein Offizier erhielt 47 Millionen Pfund.
- Jou Ekat kam zu 40 Millionen Pfund, verlor dieses Geld jedoch trotzdem, weil er diese Mail nicht weitergegeben hatte.
- Darlon Falcheid glaubte! nicht an diese Mail und löschte sie. Einige Tage später verstarb er.
- 1987 bekam eine junge Frau aus Kalifornien diese Mail, die mittlerweile undeutlich und fast unleserlich geworden war. Sie versprach, diese Mail neu zu schreiben und weiterzusenden. Sie hat sie jedoch liegen gelassen und wollte es später machen. Daraufhin wurde sie mit diversen Prolemen konfrontiert. Unter anderem mit teuren Reparaturen an Ihrem Auto. Die Mail verließ Ihre Hände nicht innerhalb von 96 Stunden. Letztlich schrieb sie sie neu und bekam ein neues Auto.
Denke daran, ignoriere diese Mail nicht. Es ist ein Privileg, sie erhalten zu haben.
Diese Mail wurde durch jemanden gesandt, der Dir Glück wünscht! P.S. Dies ist keine Mail mit Geldumlauf. Es ist lediglich ein Angebot positiver Energie und darum diese mit der daran gebunden Glücksform zu verbinden. Auch bei dieser Verbindung durch Gedankenkraft kann ein Effekt entstehen.
Also VIEL GLÜCK.
Sollte Dir soviel Glück widerfahren dass Du es alleine nicht aushältst, teile es mit anderen Menschen... Viel Glück!

SEHR WICHTIG NOCH ETWAS AM SCHLUSS!
Die Mail wurde von einem Schüler in Karlsruhe, Deutschland, am 14.April 2001 wieder leserlich gemacht, weil durch das Weitersenden lauter Fehler in der Mail waren. Du musst diese Mail an 10 Leute schicken, vergiss es nicht. Und nicht an mich zurück!

Offensichtlich hat die Frau aus Kalifornien keine besondere Lust gehabt, den Text richtig abzuschreiben, oder der Schüler aus Deutschland war im Tippen auf einer Tastatur nicht wirklich firm.

Der ein oder andere Leser mag wohl denken „das klingt so toll“. Unter der Dusche ging mir der Text nochmals durch den Kopf (ja, manchmal lese ich diese blöden Texte Nachrichten sogar). Ich musste vor mich hin grinsen. Wie kann eine Mail eigentlich unleserlich werden? Wie können durch bloßes weiterleiten plötzlich Buchstaben/Zahlen fehlen?
Inhaltlich bin ich beim Lesen schon über den 2. Satz gestolpert, aber ok, wenn der da stehen muss…
Weitere Fragen, die mich beschäftigten:
– Wie kann man/etwas in Neuseeland 9x um die Welt reisen? Muss man dazu nicht die Insel wenigstens verlassen?
– Wenn ich die Nachricht jetzt also nicht innerhalb der nächsten 96 Stunden weiter verschicke, dann etwas „gaaaanz doll schlimmes“ passiert, kann ich die ja immer noch verschicken und alles wird besser. So sagt es ja der Text mehrfach aus. Also warum verdammt so ein Stress darin verbreiten?.
– Für was bin ich jetzt privilegiert?
– Wenn ich diesen Text nun irgendwann mal weiter schicke, bekomm ich dann auch ein Auto? Oder wenigstens 40 Mille? (Ich hab diese Mail ja schließlich nicht ignoriert.)
– Wer hat diesen Text zu den Völkern gebracht, die irgendwo ganz weit weg von der „Neuzeit-Zivilisation“ leben?

Außerdem kam mir die Frage, warum dieser Text mich erst jetzt erreicht. Das früheste im Text erwähnte Datum ist 1987. Bei dem Gedanken kam gleich ein weiterer Aspekt hinzu. Die Weltbevölkerung.

Mal eine einfache Rechnung:
Auf der Erde leben aktuell (laut Wiki) etwas mehr als 7 Milliarden Menschen. Runden wird das mal (schließlich sind in der Zeit welche gestorben) auf großzügige 10 Milliarden auf (der einfachen Rechnung wegen). Fangen wir an einem beliebigen Datum im Jahre 1987 an: Meinetwegen der 15. Oktober.

15. Oktober: 1 Person schickt diesen Text an 10 Leute
Da jeder 4 Tage Zeit hat, gehen wir in 4er Schritten vorwärts.
19. Oktober 1987: 10 Leute schicken das jeweils an weitere 10 Leute = 100 Menschen
23. Oktober 1987: 100 x 10 = 1.000
27. Oktober 1987: 1.000 x 10 = 10.000
31. Oktober 1987: 10.000 x 10 = 100.000
04. November 1987: 100.000 x 10 = 1.000.000
08. November 1987: 1.000.000 x 10 = 10.000.000 (10 Millionen) – (Neuseeland hat aktuell rund 4,4 Millionen Einwohner)
12. November 1987: 10 Mille x 10 = 100.000.000 (100 Mille)
16. November 1987: 100 Mille x 10 = 1.000.000.000 (1 Milliarde)
Ihr merkt schon, wenn man jetzt den nächsten Schritt geht, ist man bereits bei 10 Milliarden. (1990 lag die Weltbevölkerung aber nur bei rund 4,5 Mrd.)
Die Mail dürfe also nur 36 Tage unterwegs gewesen sein (und hätte mich spätestens am 20. November 1987 auch erreichen müssen) um alle einmal zu erreichen. Nun steht da, dass das ganze 9 mal um die Welt ging. Selbst das hätte nur noch weitere 4 Tage benötigt (viel zu viele 10 Mrd. verschicken das nochmals an 10 Leute = 100 Mrd.), so dass am 24. November 1987 spätestens dieser Text hätte aussterben müssen.
Ja, so viele Zahlen (verwirren kann ich gut). Nun der o.g. weitere Aspekt. Im Text werden 7 Personen genannt, 2 davon sind negativ, weil sie die Mail nicht weitergeleitet haben (vermutlich, weil sie diese bereits 8 mal im Postkasten hatten).
Dieser dämliche tolle Text hat also 5 Personen von 4,5 Milliarden Menschen glücklich gemacht. Das sind stolze 1,11hoch-7% (0,000000111% Prozent). Das würde ich schon nicht mal mehr unter Zufall werten sondern eher als kleine Unregelmäßigkeit in einer demzufolge total unglücklichen Welt zählen

Fazit: Ketten-Nachrichten sind absoluter Humbug und bringen einem absolut NICHTS! Deswegen endet so etwas immer bei mir. Ich müsste schon dutzende male verstorben sein oder mehrere male 40 Millionen Pfund verloren haben.

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  1. Mail? 1987? Wieviele Menschen hatten da schon Internet? Ich kaufte mir den ersten „West“ Computer privat so um 1993.
    Aber wie dem auch sei, von solchen Kettenmails bin ich, toi toi toi, bisher immer verschont geblieben

  2. Ich ignoriere solche Kettennachrichten (egal auf welchem Weg sie mich erreichen) prinzipiell. Ab und an wenn ich ganz viel Zeit habe kläre ich die Absender über den Unsinn auf. Meist erfolglos wie ich dann nach einiger Zeit mit der nächsten Kettenmail feststellen muss.

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