Genau 5 Wochen – wie sich das Leben mit einer Katze verändert

Nun ist es also schon 5 Wochen her, als Mauzi bei mir einzog. An einem Donnerstag, abends gegen halb 9.

Ängstlich saß er in der Kiste, traute sich nicht heraus. Fauchte daraus erst mal alles an was sich bewegte. Etwa eine Stunde später, der Versuch meinerseits ihn mit Frischfutter herauszulocken. Nur ganz zögerlich, aber ein paar kleine Häppchen nahm er. Doch sobald sich jemand bewegte, war er (fauchend) wieder in der Kiste verschwunden.
Geboren wurde er auf einer Art Bauernhof in Thüringen. Eine ganz normale Europäisch Kurzhaar Katze. Aber doch besonders. In den ersten Tagen noch eine geglaubte sie, wegen der 3-farbigen Fellzeichnung. Warum geglaubte sie? Das steht HIER sehr schön beschrieben. Wer es gelesen hat, der weiß, dass Mauzi eine echter Glückskater ist. Sein geglaubter Bruder stellte sich dann auch noch als Mädchen heraus. Mitgebracht wurde eine Zecke oberhalb der Nase und anderes unschönes Getier, dass es sich im Fell gut gehen lies. Aber das sollte eher nicht so das Problem sein. War es auch nicht. Der erste und oberste Punkt auf der Liste war, ihn dazu zu bewegen, die Katzentoilette zu benutzen.
Doch am ersten Abend war einfach kein ran kommen an ihn. Erst ca. 22 Uhr kam er wieder aus der Katzenkiste heraus und beschnupperte ängstlich rundherum den Boden. Doch dann sah er die Lücke hinterm Sofa. Schwupps, war er mauzend dahinter verschwunden und kam nicht wieder hervor. Ich stellte ihm noch etwas Trocken- und Nassfutter hin und machte es mir auf dem Sofa bequem. Die Nacht schlief ich auch da. Nächsten Tag musste ich natürlich arbeiten.
Die Nacht geplant sowieso schon kurz wurde dann aber noch kürzer. Um 3 Uhr 50 früh mauzte es sehr hinterm Sofa. Mit Licht traute er sich ängstlich und auf wackelnden Beinen hinterm Sofa hervor. Erkundet wurde daraufhin das Bad. Dort wurde auch gleich ein Versteck gefunden. Hinter der Schüssel. Aber ok. Ich machte mir normal einen Kaffee und setzte mich ins Wohnzimmer, schaltete den TV an (wo nicht mal um solche Zeiten was kommt … „die schönsten Eisenbahnstrecken der Welt“ auf ARD z.B. Wer soll davon wach werden?). Nach kurzer Zeit kam er wieder ins Wohnzimmer und schlich sich erneut hinter das Sofa. Als ich ihn dabei ansprach, erntete ich nur ein fauchen (voll niedlich eigentlich). Auf der anderen Seite kam er wieder hervor und erklomm mit Mühe die Heizung und von dort das Fensterbrett. Das Fenster selber wurde angemauzt. Von dort dann aber ein mehr oder weniger panischer Sprung auf die Kiste vom Kratzbaum, an der Wand entlang nach unten und wieder hinter die Couch.
Ich setzte mich auf den Boden, trank meinen Kaffee und schaute diese stupide Eisenbahnstrecken-Folge. Es mauzte weiterhin hinterm Sofa und er traute sich dann um die Ecke herum zu schielen. Er saß an der einen Sofalehne, ich an der anderen. Er mauzte mich an, drehte ich meinen Kopf, wurde es ein fauchen. Aber weg ging er auch nicht. Ich beachtete ihn nicht weiter und schaute mir die Gleise im Fernsehen an. Zumindest sah es so aus, doch ich registrierte jede Bewegung die Mauzi machte. Und er wurde mutig. Mauzend kam er ein zwei Schritte näher und blieb sitzen. Das Spiel zog sich dann ca. eine halbe Stunde hin, bis er nur noch ca. 30 cm neben mir saß. Total müde und mauzend.

so nah traute er sich

Doch ich konnte leider nicht ewig so sitzen bleiben. Ich musste mich fertig machen und zur Arbeit. Bis zu diesem Zeitpunkt war er weder auf seiner Toilette noch hat er irgendwo hingepullert. Ich musste also los. Mama noch beauftragt, am Tage mal nach ihm zu schauen.
Bei der Arbeit erreichte mich dann die SMS „in die Ecke gekackt gekotet und gepullert“. Gut, das war logische Schlussfolgerung. Eine Toilette kannte er ja bisher nicht. Das mussten wir noch üben.
Nachmittags hatte sich am Verhalten nicht wirklich was geändert. Aber ich merkte, dass er Nähe sucht. Egal wo ich hin ging er folgte mir heimlich und/oder beobachtete mich. Ansprechen oder näher kommen gab aber nur ein gequältes „fauch“ als Antwort. Ich versperrte noch den Zugang hinter das Sofa, so dass er gezwungen war vorne zu bleiben. Abends machte ich wieder frisches Futter und setzte mich ins Wohnzimmer auf den Boden. Mit ausreichend Abstand legte er sich nach kurzer Futteraufnahme dazu.
Dann kam der Sonnabend. Das war DER Tag, der alles veränderte. Nach der Nacht, die ich wieder auf der Couch verbrachte und zwischenzeitlich halb wach und halb schlafend meinen Arm runterhängen ließ, war das für ihn schon interessant. Kurze vorsichtige Kontaktaufnahme. Schnubbern, aber gleich wieder ein Stück weggehen. Letztendlich schlief er nah beim Arm.
Am Morgen dann die Überraschung. Er traute sich an mich heran. Und ließ sich streicheln! Bzw. überraschte ich ihn etwas als er auf der Fensterbank saß und das Geschehen draußen (Züge, Autos, Fahrräder) beobachtete.

Das Streicheln gefiel ihm sofort. Ich erntete das erste Schnurren seinerseits. Ich sollte am liebsten gar nicht mehr aufhören.
Als ich ihn dann etwas später greifen wollte, um die Toilette zu zeigen, fand er das aber nicht mehr so toll. Trotz vieler Kratzer an Händen und Armen setzte ich ihn auf sein Klo. Er begriff scheinbar was er da machen sollte. Und tat es auch. Dafür gab es dann lecker Katzenmilch als Belohnung. Und das schmeckte soooo guuuut.
Später am Tag zeigte ich ihn den Kratzbaum. Der daran befestigte Ball am Gummiseil war das Highlight. Sofort spielte er wild los bis er völlig ermüdet war. Am besten schlief es sich dann auf dem Sofa, auf/in seiner Decke. Zum ersten Mal. Und ganz in meiner Nähe.


Fortan war er auch ein ganz anderes Miezi als vorher. Als er sich am nächsten Tag genüsslich auf dem Bauch kraulen lies, entdeckte ich zwischen seinen Hinterbeinen was, was keine weibliche Katze haben kann. Die Tierärztin bestätigte das beim ersten Besuch auch gleich mit einem Blick.
Nach viel Kuschel-/Streichel-/Spieleinheiten am Sonntag kam nun die neue Woche. Das mit dem pullern auf dem Klo klappte nur mäßig gut. Aber wir arbeiteten daran.
Dann kam die neue Woche. Arbeit stand an. Die Zeit allein zuhause überstand er gut, dank kurzen Blicken von Mama und Schwester. Doch aufs Sofa pullern schien toll zu sein -.- Ich schruppte also das Sofa. Mit Essig. Viel Essig. Der erste Besuch beim Tierarzt stand auch an. Es war der Tag, der so unerträglich heiß (37°C) war. Ihn in seine Transportbox gepackt (bzw. ist er freiwillig hinein gegangen!!!) ab in die klimatisierte Straßenbahn und 3 Haltestellen gefahren. Gefiel ihm nur mäßig gut. Es mauzte ständig aus der Box. Tante Doktor gab etwas gegen die Plageviecher im Fell, untersuchte und fand nix weiter. Alles war gut. 1,35 kg wog Mauzi zu diesem Zeitpunkt. Die Zecke auf der Nase wusste wohl was passieren würde und verließ Mauzi noch kurz vor dem Gang dahin.
Auch Dienstags pullerte er wieder auf das Sofa. Kackern im Klo ging aber. Es „duftete“ also angenehm nach Katzenpisse als ich von Arbeit heim kam -.- Ich schruppte also mal wieder das Sofa. Mit Essig. Viel Essig. Fortan gab es auch eine Wohnzimmersperre. Die Nacht musste er auf Flur/Küche/Bad verbringen. Bequem war es erst in seinem Klo. Doch seine Decke war dann besser.
Der Mittwoch ging auch dahin, ständiges aufpassen, dass er nicht plötzlich wieder irgendwohin… Donnerstag/Freitag war ich zuhause und wir übten weiter das mit dem pullern gehen, spielten, kuschelten, schliefen. Eine Woche war erst vergangen und Mauzi hat schon so viel gelernt und so viel Liebe zurück gegeben.

Am Wochenende dann aber plötzlich das: ein Matschauge bei ihm. Verklebt. Ging nicht wirklich auf und scheinbar juckte es auch. Ich also immer schön mit lauwarmen Wasser abgewaschen, doch es wurde nicht wirklich besser. Also Montag gleich wieder zum Tierarzt. Dort Salbe bekommen. Eigentlich sollte geimpft werden, doch das verschoben wir wiederum eine Woche. 1,45kg wog er. 3x täglich Auge salben. Ich muss wohl keinem erzählen, wie sehr Mauzi sich das hat gefallen lassen…
Die Woche ging dahin, die Augen wurden besser, er ging artig auf sein Klo, ich ging arbeiten. (klingt irgendwie blöd, das beides in einem Satz zu erwähnen…).
Nächster Termin beim Doc war Freitag, dort angekommen – überfüllt. Wieder heim gegangen. War ja schönes Wetter. Bisher immer gelaufen. Durch die Gartenanlage. Das gefällt ihm. So viel aufregendes gibt zu sehen. Ein kurzer Zwischenstopp an der großen Vogelvoliere war sehr interessant. Also nächsten Tag wieder dahin. Davor die Nacht, als er zum bislang letzten mal aufs Sofa pullerte. Bevor es los ging, noch schnell das Sofa geschruppt. Mit Essig. Viel Essig. Hinterher ein Desinfektionsmittel drauf, welches gleich den Geruch entfernen sollte (was es auch gut machte). Fenster aufgerissen und ab zum Tierarzt. Dort war auch alles gut. Die Salbe noch ein paar Tage drauf und gut sollte es sein. Gewicht bei mittlerweile 1,65 kg. Die 2. Woche, die er bei mir war neigt sich dem Ende zu, doch gut war es nicht. Schon Mittwoch Abend fraß er ganz wenig. Das änderte sich auch Donnerstag nicht, verschlimmerte sich bis zur kompletten Verweigerung der Aufnahme von Nahrung. Nicht mal Milch war ein Anreiz. Trotz dessen schien es ihm aber blendend zu gehen. Spielen und durch die Wohnung flitzen ging nach wie vor sehr gut. Besonders gern wurde mit der Pappkiste gespielt.

Also Donnerstag wieder zum Doc. Untersuchung brachte nichts. Auch das Abtasten des Bauches nicht. Es gab 2 Spritzen, gegen Übelkeit mit Antibiotika und zur Appetitanregung. Mitgegeben wurde spezielles Futter, welches den Appetit anregen sollte. „Sollte“. Das wurde aber auch verweigert. Ein 2. Tellerchen mit etwas normalen Nassfutter stand ebenfalls bereit. Davon wurde gelegentlich was genascht. Aber nicht viel. Etwas Trockenfutter ebenfalls. Kamillentee schien dagegen aber sehr zu schmecken, denn dieser wurde reichlich getrunken. Wenn es bis zum Sonnabend nicht besser würde, soll ich wieder zum Tierarzt kommen.

Es wurde nicht besser. Also wieder hin, erneutes gründliches untersuchen des Bäuchleins des Mäulchens etc., nichts gefunden. Wiegen ergab nur noch 1,45kg. Blut wurde zur Untersuchung abgenommen. Erneut 2 Spritzen und wieder Heim. Das war wohl aber zu viel Stress, denn Mauzi kotzte das bisschen, was im Magen war erstmal aus. Irgendwie war ich aber froh darüber, so würde schließlich irgendwas weiches unverdauliches mit raus kommen. Ich holte ihm Babybrei mit Kartoffel, Möhren und Kalb. Davon wurde dann Abends etwas geschleckert. Ein erster Lichtblick. An seiner Art änderte sich aber weiterhin nichts. Verspielt und verschmust. Sogar als Besuch da war wurde bis spät in die Nacht gespielt und rumgeflitzt (deswegen Rennsemmel).
Sonntag früh dann intensives betteln nach Futter. Ich machte wieder ein Tellerchen mit Babybrei und normales Futter. Es wurde von beidem genascht! Auch Trockenfutter. Bis zum Abend besserte es sich immer mehr. Sogar eine ganze Portion wurde dann verschlungen.
Montags nochmals zum Arzt und die 3. Spritze (Antibiotika) abholen. Gewogen wurde auch: 1,50 kg. Minimal wieder zugenommen. \o/ Anfang der nächsten Woche soll dann endlich die Schutzimpfung erfolgen.
Die weitere Woche wurde wieder ordentlich reingehauen. Wir versuchten auch noch zu lernen, dass man nicht ans Bein springt. Immerhin macht er es nicht mehr bei mir. Bei anderen… Er kann eine ziemliche KK sein. KampfKatze. Meine Schwester hat teilweise sogar Angst vor ihm.

Am vergangenen Wochenende und am Montag dann wieder das übliche Programm. Schlafen, spielen, fressen, kacken. Montag Abend hatten wir zwei uns dann in der Wolle. Er wollte mich anspringen, ich hab ihn weggeschubst. Er immer wieder versucht, ich immer deutlicher „NEIN“ gesagt und wieder weggeschubst. Irgendwann hab ich ihn dann komplett ignoriert. Bald wurde er dann auch müde und legte sich aufs Sofa. Wir kuschelten dann in friedlicher Zweisamkeit (außer dass er zwischendurch das Akkuladekabel anknabberte).
Dienstag. Endlich sollte die Schutzimpfung erfolgen. Ich von der Arbeit zuhause angekommen, wollte ihn mir schnappen und in die Kiste packen. Doch schon bei der Begrüßung merkte ich, dass etwas nicht stimmt. Irgendwas hartes, verkrustetes war am Ohr. Ihn mir geschnappt und angeguckt. Sah aus wie jede Menge Ohrenschmalz. Also wie sowieso geplant zum Arzt. Letzter Tag mit warmen Temperaturen. Wieder gemütlich durch die Gartenanlage spaziert. Impfung war natürlich nicht drin. Viel mehr stellte sich eine Mittelohrentzündung heraus -.- Also gibt es dieses mal nichts in die Augen, sondern ins Ohr. Gewogen wurde auch wieder. Stolze 1,85 kg. Ordentlich zugelegt. Bei der Untersuchung erntete ich einen vorwurfsvollen, hilflosen Blick von Mauzi. Der tat mir weh. Aber das Zeugs musste halt erstmal raus. War ihm sichtlich unangenehm. So würde es mir auch gehen, wenn mir jemand am/im Ohr rumpult. Nun hieß es also aller 6 Stunden Zeugs ins Ohr machen. Das gefällt auch nicht sonderlich. Ich hab aber das Gefühl, dass er weiß, dass es hilft. Denn eigentlich halten wir still und lassen es über uns ergehen. Schließlich gibt es danach gleich Futter. Nachdem er sich 4-5 mal geschüttelt hat. Und irgendwie ist es bis heute auch schon besser geworden. Kein ständiges kratzen mehr. Jetzt liegt er friedlich neben mir, sein Fisch in den Tatzen und schläft…

Apropos Fisch. Essen wollen wir den gar nicht so richtig. Ich persönlich kann es verstehen. Ich ess das Zeugs auch nicht!

(wird evtl. fortgesetzt…)

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  1. Viel Erfolg auch beim Unterbinden des ans Bein springens. Unser Kater hat diese Marotte seit er klein ist. Am liebsten immer schön fies in die Kniekehle. Mit Vorliebe ans nackte Bein. Alle Abgewöhnversuche sind gescheitert. Er ist inzwischen vier Jahre alt. Aber: Wir erkennen mittlerweile seinen „Ich würd jetzt am liebsten Dein Bein anhüpfen“-Blick. Große Kulleraugen, Ohren leicht nach vorn gestellt, Kopf leicht schief und zack gehts los. In dem Moment hilft nur, sich zu ihm hinzuwenden, möglichst gehockt oder fix das Bein wegziehen, dann hüpft Killermaunzi ins Leere. 😉

    Drück dem Kleinen die Daumen, dass er bald wieder ganz gesund ist! (Noch ein Tipp wegen der Milch: Es muss nicht zwangsläufig die teure Katzenmilch sein. Wir haben unseren Kater von klein auf normale Milch gegeben, ihn somit daran gewöhnt und die verträgt er ganz normal. Einfach mal testen.)

    • Es ist bei Mauzi geblieben. Auf der Suche nach einem geeigneten Namen hat sich das irgendwie gehalten. Mauzetier oder Rennsemmel (weil nach den toben und rumflitzen die Rennsemmeln immer ganz warm sind) gilt auch 😉

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